Pegida und PISA – oder „Bildung in Deutschland“

Heute Morgen war es wieder einmal so weit – Cappuccino, Laptop, Facebook… und der erste Haarspitzenkatarrh beim Lesen eines Kommentars:

„…Wusstet ihr schon das der Amnio-tank und ihr, die ihr alle etwas hinterher rennt was es garnicht gibt, blöd seit? Ich schon!!!!…“

 

Amnio-Tank

Lassen wir einmal Interpunktion (auch dass Satzzeichen keine Rudeltiere sind) außer Acht. Auch die Unfähigkeit zwischen „seid“ und „seit“ zu unterscheiden, oder „dass/das“ lassen sich in *diesem* Falle vermutlich nicht auf eine Legasthenie zurückführen. Dass Substantive und Eigennamen mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben werden, überlese ich auch wohlwollend – und selbst „garnicht“ interessiert mich heute ausnahmsweise gar nicht.
ABER. Was absolut gar nicht geht ist der Stil. Sinnlos angreifend, sinnlos beleidigend, sinnlos dumm.
Doch was hat dieser hirnlose Post nun mit Pegida zu tun? Viel. Nachdem in den 1970er und 80er Jahren Deutschland an keinem internationalen Schulvergleich teilgenommen hat, kam kurz nach der Jahrtausendwende der PISA-Schock. Auf einmal konzentrierte man sich in den Schulen auf das Abfragen von Leistungen und gesellschaftliche Probleme blieben außen vor. Das Bildungssystem in Deutschland hat versagt. Kläglich versagt.
Da sind Ferienkinder auf einem Ponyhof in Niedersachsen. Die Meisten gehen auf eine Regelschule, eine Handvoll kommen aus der Montessoripädagogik. Es ist so schockierend… ich setze mich eine Weile hin und beobachte. Die Leiterin erklärt den Tagesablauf und die heutigen Aufgaben. Während die meisten noch ratlos herum stehen und einige über die Arbeit nörgeln, haben sich die Montessori-Kinder bereits selbst organisiert und misten mit Schubkarren und Schaufeln bewaffnet den Stall.
Nein, die Kinder von der Regelschule trifft keine Schuld! Sie sind in den selben Jahren geboren, wie ihre Mitschüler von der Privatschule. Sie bestehen aus dem selben Fleisch und Blut, basierend auf den selben Aminosäuren und kommen auch nicht aus einer anderen Galaxie. „Hilf mir, es selbst zu tun!“. Darauf basiert die Montessoripädagogik.
Kann eine Regelschule das leisten? Ja, das könnte sie… und hätten wir damals ein paar Euro und ein bisschen mehr Hirnschmalz in die Personalstärke und Ausbildung unserer Lehrer gesteckt, müssten wir heute vermutlich nicht Heere (und trotzdem noch nicht genug) von Polizisten zum Schutz vor militanten Neonazis beschäftigen.
Vielleicht wüsste dann auch der Schmierfink von der Avatar-Seite, dass es das Amnion, das Pate bei der Idee des Amnio-Tanks stand, bereits seit Millionen von Jahren in echt und real in der Natur gibt und ihm in jedem Frühstücks-Ei begegnet.
So, der Cappuccino ist alle, der Tag ruft. Ich werde dem Ruf nun folgen… genießt den wunderschönen sonnigen Tag, gehabt Euch wohl und möge die Macht mit Euch sein.
Liebe Grüße
Euer Thomas

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